Gestern feierte mein Sohn seinen 15. Geburtstag. Zuerst hatte er gemeint, er will nicht feiern, aber ich vermutete, dass es ihm unangenehm war bzw. er wusste nicht wie. Sonst laden wir immer die Tanten und Onkeln ein. Ich bestand darauf, dass wir es heuer auch machen. Da er sich im Haus wohler fühlt, sollte im Haus gefeiert werden.
Wie immer, organisierte ich. Ich rief an um mitzuteilen, dass es stattfindet, und versprach, eine Torte zu backen. Wie immer, war ich wieder mal spät dran. Gerade noch schaffte ich es, die Sachertorte zu glasieren und verzieren, Kerzen drauf geben, und loszufahren. Die in Eile verlassene Küche glich einem Schlachtfeld, aber das störte mich nicht. Ich fuhr vorsichtig — besonders um die Kurven — und die Torte kam unversehrt an. Nur die Kerzen hatten sich durch die Hitze leicht gekippt, also musste ich sie leicht drehen, dass sie wieder gerade stehen.
Nach anfänglicher Nervosität (und Verspätung der Gäste), entwickelte sich ein netter Nachmittag. Nach Kuchen und Kaffee half ich, das Geschirr in die Küche zu tragen. Mein Mann meinte, ich soll es lassen. Er macht das schon. Also gesellte ich mich zu den anderen Gästen.
Wie üblich, verschwanden die Kinder nach der Torte und wir Erwachsenen gingen zu Wein und Bier über. Ich hatte etwas Knabberzeug mitgebracht — vorsichtshalber, aber es war nicht nötig. Er kam heraus aus der Küche und brachte Gebäck, Käse und Prosciutto mit. Das passte perfekt.
Es war ein netter Abend. Wir unterhielten uns in der Runde wie eh und je, lachten, erzählten, und ich nahm fast ungern Abschied — aber es war schon spät und ich musste mit dem Auto nach Hause fahren. Ich fuhr nach Hause und als ich im Bett lag, merkte ich wie die Spannung nachließ. Ich war schon sehr aufgeregt gewesen und hatte wirklich nicht gewusst, wie es wird. Doch hat alles gepasst.
Es war nur merkwürdig, mich von meinem Mann mit einem Küsschen auf der Wange zu verabschieden (wie bei den anderen) und ihm die Sauerei in der Küche zu lassen. Aber er hat jetzt seine eigene Ordnung und Art aufzuräumen, also mischte ich mich nicht ein. Es war auch nicht erwünscht.
Ich bin dankbar. Eine Trennung an sich ist nicht gerade ein erfreuliches Ereignis. Aber es geht recht gut. Es ist Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und auch Liebe vorhanden. Wir beide tun unser Bestes, damit es allen gut geht — besonders den Kindern. Das ist das, was ich mir gewünscht habe.