Eigentlich habe ich das alles schon längst hinter mich gebracht. Das Gewicht ist seit 20 Jahren ziemlich gleich. Nur als ich vor 5 Jahren aufs Land gezogen bin, da nahm ich 2 kg zu. Das war kein Problem. Es störte mich ein bisschen, aber ich dachte: „Es ist das Alter.“
Seit der Übersiedlung habe ich ein paar kg Gewicht „verloren“ — wie man es im Englischen sagt. Die Aufregung, die Anstrengung, die fehlende bzw. neu-zu-entwickelnde Tagesstruktur führten dazu, dass ich unregelmäßig und wenig Nahrung zu mir genommen habe. Während der Übersiedlung, war ich zu beschäftigt, und wollte täglich möglichst viel erledigen. So wurde das Essen hinten angestellt.
Dann war es hektisch mit der Arbeit und mit der Familie. Die Kinder sind nicht immer zuhause zum Mittag, so denke ich oft: „Ach, dann koche ich erst am Abend etwas.“ Oft kommt nichts zustande, weil wieder etwas anderes los ist.
Ich merke, dass die Hosen lockerer geworden sind. Und zu meiner Überraschung merkte ich ebenfalls, dass mir dieses weite Gefühl vertraut und angenehm ist. Als wäre der Dämon zurückgekehrt, dachte ich: „Oh, das ist fein. So möchte ich bleiben!“
Gestern bei der Arbeit stellte ich mich auf die Waage. Mir fehlen ein paar kg. So steht es schwarz auf weiß. Zum Glück war diese Woche schon von der Einsicht geprägt, dass ich ausreichend Schlaf und Nahrung brauche, um gut funktionieren zu können und die Geschenke des Universums erkennen und umsetzen zu können. Also nehme ich mir vor, dem Essen mehr Achtsamkeit zu schenken, und etwas Routine zu entwickeln.
Ich werde jetzt nicht ganz viel essen damit ich schnell wieder zunehme. Stattdessenn konzentriere ich mich darauf, mein Speiseplan zu ordnen und vertraue, dass das fehlende Gewicht bald wieder zurückkommen wird.
Ich gebe zu, ich war begeistert als ich merkte, dass ich die paar „Land-Kilos“ abgenommen hatte und mein altes Gewicht wieder erreicht hatte. Aber jetzt, wo ich knapp drunter bin, muss ich etwas unternehmen. Abgesehen von Essstörungen, es ist ganz normal, unter Stress und großen Veränderung zuzunehmen.
Gestern hatte ich ein paar Freundinnen zum Abendessen bei mir eingeladen. Eine ist eine recht neue Bekanntschaft und weiß nichts von meiner gestörten Essensgeschichte. Ich erwähnte, dass ich abgenommen hatte, und sie meinte, das ist ja verständlich. Also denke ich, ich muss kein großes Problem daraus machen, sondern achtsamer mit mir umgehen und besser für mich sorgen. Basta!
Doch wurde mir klar, dass die Lust am Dünnsein noch immer irgendwo lauert, und möglicherweise die Gelegenheit nützen würde, sich breit zu machen, wenn ich mich darauf einlassen würde. Lieber nicht!