bin ich hier. Die erste Nacht in der neuen Wohnung war Vollmond. In ein paar Tagen ist zum dritten Mal Vollmond. Es geht mir gut, ich bereue nichts, aber manchmal geht es mir zu langsam.
Vorher telefonierte ich mit einer lieben Freundin. Sie erinnerte mich daran, dass es dauert, bis das neue Leben etabliert ist. Noch gibt es keine Routine. Ich bin wie ein Kind das zu Weihnachten nie ein Geschenk bekommen hatte, und plötzlich gibt es gleichzeitig fünf Geschenke! Ich will mit allem gleichzeitig spielen.
Sie fragte, wie lange ich unglücklich war. Es waren einige Jahre. Viele Enttäuschungen, viel Wut und Traurigkeit sammelten sich mit den Jahren. Jetzt ist es, als hätte ich das alles in einem Container. Auch wenn ich die angestaute Gefühle und Erinnerungen vergessen habe, sie nehmen Platz ein und es kostet was. Wie im materiellem Leben: dafür muss man bezahlen!
Den Schlüssel habe ich schon geholt. Ich möchte die Sachen anschauen und ausmisten. Vielleicht sind noch brauchbare Dinge dabei, aber es gibt viel zum entsorgen. Es wird eine Zeit dauern, aber wenn ich dran bleibe, schaffe ich es irgendwann.
Es ist ein neuer Lebensabschnitt — mit neuen Aufgaben und Prüfungen. So ist es im Leben. Am Wochenende habe ich “Der Alchimist” von Paulo Coelho fertig gelesen. Wunderbar! Der Weg ist das Ziel!