Es war recht ruhig bei mir in letzter Zeit, obwohl ich nichts geschrieben habe. Es passiert innerlich so viel, dass ich einfach nicht schreiben kann. Doch heute geht es. I habe das Manuskript für das Buch fertig, ein paar neue Lieder geschrieben, und hole wieder tief Luft.
Diese Übersetzung hat mich viel mehr beschäftigt als das Original in Englisch. Dadurch, dass ich genauer überlegen musste, wie ich etwas formuliere, ist es tiefer gegangen. Also habe ich noch ein paar Mal die letzten 20 Jahre “erlebt” und bin emotional durch die Hölle gegangen.
Es tut wirklich weh zu erkennen, dass meine innere Stimme bzw. Intuition völlig Recht hatte, aber ich traute mich nicht, darauf zu hören. Es fehlte mir an Selbstbewusstsein und Mut. Na ja, so war es und ich verzeihe mir. Dafür bin ich jetzt achtsam und mutig geworden.
Der Schluss von der deutschen Ausgabe ist anders, und ich möchte sie gerne mit euch teilen:
Ein paar Worte über verlorene Zeit
Gibt es die verlorene Zeit? Manchmal war ich traurig und stresste mich selbst mit der Vorstellung, was ich alles versäumt hatte. Nach der Gesundung machte ich mich fast kaputt mit der Anstrengung, möglichst viel nachzuholen, die Zeit möglichst gut zu nützen und keine Zeit mehr zu verlieren.
Als mein zweites Kind ca. drei Jahre alt war, merkte ich, wie erschöpft und ausgelaugt ich war. Es waren unglaublich dichte Jahre! Ungefähr zu der Zeit, als ich begann, mich zu entspannen, fing es mit der Musik an.
Inzwischen bemühe ich mich, die Leistungsansprüche etwas niedriger zu halten. Wenn es mir gelingt — was nicht immer der Fall ist, habe ich eine deutlich bessere Lebensqualität.
Es ist nicht leicht. Die verlorenen Jahre sind eine bittere Wahrheit. Und doch sind diese Jahre nicht verloren. Ich war halt mit anderen Dingen und Lernprozessen beschäftigt. Ich habe Erfahrungen gesammelt und Forschung betrieben, um mich auf das jetzige Leben vorzubereiten.
Es hat sich durchaus gelohnt! Ein Ergebnis dieser Erfahrungen und Forschung ist die Erkenntnis, dass ich es bevorzuge, das Defizitmodell abzulegen. Stattdessen betrachte ich es so: Es hätte ja sein können, dass ich noch länger krank war. Dadurch, dass ich gesund wurde, habe ich viele Jahre gewonnen! Jeder gesunder Tag ist ein gewonnener Tag!