Diese kleine Affirmation darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie ist extrem mächtig. Schon länger lauert sie im Hintergrund. Vor ein paar Tagen, vor dem Schlafengehen, schaute ich meine Emails durch und eine Freundin lud mich zum Chat ein.
Wieder einmal machten wir uns auf dem virtuellen Weg und tauschten Neuigkeiten aus, wie auch unsere neuesten spirituellen Entdeckungen und Erkenntnisse. Ich erwähnte den erhofften Job. Letzte Woche sagte ich ab, da ich erst in einigen Wochen wieder arbeitsfähig sein werde.
Gerade an dem Nachmittag fragte ich mich, ob sie sich wieder melden würden. Am selben Nachmittag kam ich zu dem Beschluss, dass das Universum bestimmt mehr als nur ein Jobangebot für mich in diesem Leben bereithält. (Ich arbeitete als junge Frau, aber verbrachte die letzten 18 Jahre mit Studium und Kindererziehung.) Am Abend rief die Direktorin an um zu sagen, dass sie mich haben wollen und warten werden.
Ich sagte ihr, dass ich großes Interesse daran habe. Sie fragte, warum ich nicht hartnäckiger war. Ich erklärte, dass ich mich wegen der Verletzung damit abgefunden hatte und keine besonderen Bedingungen bzw. Rücksicht erwartete. Ich hatte eingesehen, dass sie jetzt jemanden einstellen müssen.
Meine spirituelle Chatfreundin sagte, dass ich nach dem Unfall den Mut verlor und aufgab. Sie hatte Recht. Meine Hoffnungen waren hoch, dann wurden sie mit dem Unfall zerschmettert. Im Krankenhaus verzagte ich und bat um stimmungsaufhellende Medikamente. Die verwendete ich ein paar Tage.
Warum gab ich auf? Wie heißt dieser Artikel? Ganz tief in mir drin trage ich noch immer diese Affirmation mit mir herum: “Ich bin es nicht Wert.“ Anstatt um diese Stelle zu kämpfen, tröstete ich mich mit solchen Gedanken: „Ach, ich hätte es eh nicht gut gemacht. Sie werden bestimmt eine Bessere finden. Es hat halt nicht sein sollen.“ Ich dachte sogar: “Sie werden eine finden, die es mehr verdient als ich.”
Der Witz daran ist, der Job ist mir über den Weg gelaufen und ich will ihn wirklich. Obwohl ich nicht viel Geld verdienen werde, ist er sehr interessant und bietet mir dringend notwendige Berufserfahrung. Ich schrieb den Lebenslauf und eine Bewerbung im eigenen Stil, anstatt irgendwelchen Vorschriften zu folgen. Ich dachte mir, wenn sie den Brief lesen und mich noch immer wollen, dann ist es gut so. Wenn nicht, dann gehöre ich nicht dorthin. Ich wollte mich nicht besser oder anders geben, als ich bin. Die Direktorin bedankte sich für die persönliche Bewerbung.
Oh, aber Hoffnung für mich besteht doch! Denn die Bewerbung schrieb ich nach dem Unfall! Ich gab erst dann auf als mir klar wurde, wie lange die Genesung dauert.
„Ich bin es nicht Wert“ ist schädlich und zerstörerisch. Anstatt ins Detail zu gehen, sage ich einfach, dass ich ohne diese Affirmation anders gelebt hätte. Lieber als sämtliche Fehler zu erläutern, möchte ich einige Affirmationen weitergeben.
Ich verdiene diesen Job.
Ich verdiene es, ein Studium zu machen.
Ich bin es Wert, Nein zu sagen.
Ich verdiene es, ein stimmiges Leben zu leben.
Ich bin es Wert, so wie ich bin geliebt zu werden.
Ich verdiene es, mich zu entspannen.
Ich bin es Wert, mir ausreichend Zeit zu nehmen, um die Aufgabe zufriedenstellend zu erledigen.
Ich verdiene es, meine eigene Meinung zu sagen.
Ich verdiene es, glücklich zu sein.
Vielleicht trifft eine Aussage für Dich? Oder vielleicht hast Du andere Ideen, was Du verdienst? Denk darüber nach!
P.S. Manchen wird aufgefallen sein, dass es hier unterschwellig um das Loslassen geht. Ich kann es einfach nicht lassen, darauf aufmerksam zu machen. Ich tat, was ich konnte, und ließ los. Früher hätte ich vielleicht den Job angenommen und zu früh zu arbeiten begonnen, und das Risiko einer weiteren Verletzung in Kauf genommen. Diesmal beschloss ich, auf mich und meine Gesundheit zu schauen, da keiner wirklich geholfen wäre, wenn ich mich kaputt mache. (Aber mein schlechtes Gewissen dabei, weil ich so „übertrieben mimosenhaft“ auf mich schaue war nicht ganz ohne! Zum Glück fragte ich meine Physiotherapeutin um Rat, um meine Entscheidung zu unterstützen.) Und was passierte? Das Universum ließ mich nicht im Stich!
Rückblickend erkenne ich folgenden Leitsatz: Ich tue, was ich kann. Ich lasse los. Ich vertraue dem Universum. Was sein soll, wird sein. Das ist außerhalb meiner Kontrolle. Es gibt ausreichend Raum dafür, mich aktiv daran zu beteiligen und zu bemühen, aber Loslassen und Akzeptanz sind ebenfalls wichtig.
Loslassen ist das Wichtigste im Leben, das habe ich auch schon gelernt, nur gelingt es mir leider nicht immer und nicht überall … aber ich übe weiter …
LG lola
Auf das Üben kommt es ja an! Einfach weiter machen! Du schaffst es! Immer und überall muss es nicht gelingen. Ab und zu ist schon recht gut!
Du Liebe,
dein Artikel hat mich sehr, sehr nachdenklich gemacht… Vor allem deshalb, weil ich den Glaubenssatz “Ich habe das nicht verdient, ich bin es nicht wert” so tief aufgenommen habe, schon seit ich Kind bin – und auch in meiner letzten Beziehung habe ich diesen Satz noch oft und oft zu hören bekommen!!! Seit einigen Monaten habe ich mich aus dieser Beziehung befreit und arbeite intensivst daran, diesen Glaubenssatz zwar zu integrieren, aber in einen positiven zu verwandeln, so wie auch du das tust!
Ja, ich bin es wert.
Ja, ich habe es verdient – das und noch viel mehr.
Ich habe das Beste verdient.
Es ist genug für alle da.
Ich bin liebenswert, genauso wie ich bin, mit allem drum und dran.
Am Ende wird alles gut sein,
und wenn es einmal nicht gut ist,
dann ist es noch nicht zu Ende.
Ich drück dich fest – glaub an dich, du wunderbare Frau!
Herz-lich Elisabeth
Danke, Liebe Elisabeth! Danke für deine Worte. Es freut mich sehr für dich, dass du dich aus der Beziehung befreit hast und so intensiv daran arbeitest, deinen Wert und deine Verdienste für dich anzunehmen. Es ist wirklich traurig, dass wir so viel Negatives mitnehmen, aber umso schöner wenn wir es schaffen, es in etwas Positives zu transformieren. Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und viel Erfolg dabei und bin mir ganz sicher, dass du es wunderbar schaffst. Es ist wirklich genug für dich da, und es steht dir zu!
Alles Liebe – Celia
Celia, du Liebe,
danke für deine Worte! Ich glaube mittlerweile daran, dass all die Erfahrungen, die wir machen, auch die schlechten, Gelegenheiten sind, etwas zu lernen, auch und vor allem: etwas ÜBER UNS SELBST zu lernen. Denn vieles, was wir erfahren, spiegelt nur das wider, was in uns an Werten und Glaubenssätzen angesprochen bzw. verletzt wird. Ich denke viel über mich und meine Werte nach – ich weiß, dass vieles an an mir liegt. Was kann ICH tun, um eine gute Frau, eine gute Mitarbeiterin, ein guter Mensch zu sein? Ich lerne, täglich – und es wird besser und besser…
Ich wünsche auch dir von ganzem Herzen, dass du an dich glaubst und deinem Herzen folgst und dass dir viel Gutes widerfahren möge!
Herz-lichst Elisabeth
Elisabeth! Danke für deine lieben Wünsche! Ich glaube auch daran, dass alles dazu gehört. Ich bin schon so weit, dass ich nach dem Fahrradunfall irgendwann lächelte und mir dachte: “Danke für das Geschenk!” Täglich lernen und besser werden, das ist der Weg.
Das ist großartig, dass du es als Geschenk annehmen kannst!!! Ich bewundere dich dafür, du liebenswerte Frau! Oftmals kann ich auch sagen: “Danke, dass ich nur damit geprüft wurde!”…
Eine herz-liche Umarmung von Elisabeth
Es als Geschenk anzunehmen, bringt noch etwas mit sich: die humorvolle Seite! Irgendwie muss ich einfach lachen, auch wenn es zuerst weh tut!
Genau – das gefällt mir *strahl* Das Leben ist viel zu ernst, als dass man darüber nicht auch oft und oft lachen könnte
Herz-lichst Elisabeth