Gestern war ich leicht irritiert, weil ein guter Freund sich, meiner Meinung nach, zuwenig Sorge um mich gemacht hat. Ich meinte, ich möchte Dinge hören, wie z.B. „Gott sei Dank bist du nicht tot.“ Aber weil das meine Worte waren, verlangte ich mehr Kreativität. Er einte, es hatte so geklungen so, als hätte ich nur einen blauen Fleck abbekommen.
Da begriff ich, um was es geht, bei Mitgefühl und Humor. Es liegt an mir, die humorvolle Seite zu entdecken. Ein Beispiel: Eine Freundin fragte, wie schlimm es sei. Ich antwortete: „Ich kann nicht putzen, kochen, oder einkaufen. Ich stehe auf, wann ich will und lese bis spät in der Nacht. Es ist einfach schrecklich.“
Aber wenn ein anderer sagt: „Du sollst dankbar sein, dass es nicht schlimmer ist, und dass du dich vollständig erholen wirst,“ zuckt meine frisch operierte Schulter mit Unmut. Das sollte ich sagen. Oder falls es ein anderer sagt, dann sollte er eher „Gott sei Dank ist es nicht schlimmer“ sagen. Mir muss keiner sagen, dass ich dankbar sein soll.
Spaß bei Seite, ich kann eine Weile lang keine Gitarre spielen und mindestens 3 Wochen nicht Autofahren (ja, ja, ich weiß, andere wären froh, wenn sie ein Auto zur Verfügung hätten!). Ich komme mir vor, wie ein Affe im Käfig ohne Spielzeug. Jetzt habe ich mehr Mitgefühl für die Tiere im Zoo. Zum Glück sind ihre Lebensbedingungen heute besser als früher.
Warum teile ich das mit? Vielleicht fühlt sich noch jemand vernachlässigt oder tut sich selber ein bisschen leid. In diesem Falle, rate ich dir, zu überlegen, ob die anderen wissen, dass du Trost und Mitgefühl brauchen würdest. Wenn du zu spaßig unterwegs bist, glauben sie möglicherweise, dass es dir eh gut geht.
Ich will auch mitteilen, dass, obwohl ich nicht in Selbstmitleid ertrinke, sondern nur leicht darauf schwimme, mit sporadischen Tränenausbrüchen (damit ich nicht auf Grund laufe), und obwohl ich genesen werde und mit etwas Verzögerung eine CD aufnehmen werde, die in aller Bescheidenheit meine erste CD bei Weitem übertreffen wird, und irgendwann auch wieder kochen und putzen kann (niedrige Priorität), jeder Ausdruck von Mitgefühl und Trost ist willkommen! Sollte jemand selber etwas davon benötigen, fühl dich frei, dich bei mir zu melden! Ich habe jede Menge übrig. Mitgefühl kostet nichts, aber es ist unbezahlbar.