Erst vor kurzem, und ganz zufällig, entdeckte ich Paulo Coelho. Jemand hatte mir das Buch Elf Minuten zu irgendeinem Anlass geschenkt. Ich hatte es einfach in mein Bücherregal eingereiht. Vor ein paar Monaten, suchte ich eine Lektüre und dieses Buch fiel mir in die Hände. Ich sah es an und war ziemlich schockiert als ich entdeckte, dass es sich um eine Prostituierte handelt, und dachte: „Welche Freundin schenkt mir einen pornographischen Roman?“ Der nächste Gedanke war: „Aber wenn ich es von einer Freundin geschenkt bekam, muss ich schon so viel Vertrauen haben, dass meine Freundinnen mich kennen, und wenigstens reinschauen.“ Es war ein wunderbares Buch und hat mir sehr gut gefallen.
Vor ein paar Tagen ging ich mit einer Freundin in ein Buchgeschäft. Wir verweilten bei den esoterischen, philosophischen, spirituellen, psychologischen Büchern. Ich wählte ein schmales Buch von seiner Heiligkeit dem Dalia Lama. Meine Freundin verabschiedete sich, da sie einen Zug erwischen wollte, und ich wanderte hinüber zu „Literatur“ um etwas von Novalis zu suchen. Ich wurde nicht fündig, dafür entdeckte ich aber eine Menge Paulo Coelho Bücher. Da ich auch schon an Selbstmord (nicht ernsthaft) gedacht hatte, wählte ich Veronika beschließt zu sterben. Die hoffnungslose Romantikerin in mir wählte noch Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte.
Gestern Nacht las ich Veronika beschließt zu sterben fertig. Für jeden, der einmal verzweifelte, sich verrückt vorkam oder einen Sinn im Leben suchte, ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Wirklich eine Inspiration! Vor kurzem fragte ich mich, ob ich je so stark in Versuchung kommen würde, dass ich mich wirklich umbringen könnte. Während ich vor ein paar Tagen in Salzburg am Stefan-Zweig-Weg entlang spazierte, konnte ich mir nicht helfen zu fragen, ob das ein Zeichen sei. (Er hat den Freitod gewählt.) Aber im Herzen weiß ich, dass ich es heute genauso wenig wie damals machen würde. Damals war die ernsthafte Überlegung eher ausgerichtet, um mir die Ernst meiner Lage vor Augen zu führen. Es brauchte diese Dramatisierung um klar zu werden über die zerstörende Natur meiner damaligen Lebensweise. Ich liebe das Leben zu sehr, um freiwillig zu gehen, doch musste ich wegen meiner vielen Ängste lange warten, bis ich es voll auskosten durfte.
Lebe jeden Tag, als wäre er dein letzter!
Veronika beschließt zu sterben ist ein fantastisches Buch! Es ist eines der Bücher, die mich zutiefst bewegt haben. Ich habe zwar nie an Selbstmord gedacht, doch dieses Buch hat mich aus meiner Passivität herausgerissen und mir die Augen für das Schöne im Leben geöffnet und gezeigt, dass man ruhig ein bisschen verrückter sein darf!
Freut mich immer wieder zu hören, dass es viele menschen gibt, die dieses Buch sehr bewegt
Es freut mich von dir zu hören! Genau diese Verrücktheit macht das Leben schön! Und wenn wir sie zulassen, geht es uns so viel besser! Ich hatte schon in meiner Jugend an Selbstmord gedacht, aber nie ernsthaft. Das Buch ist sehr zu empfehlen, egal ob man einmal daran gedacht hat oder nicht.