Gesundung ermöglicht uns, das Leben mit mehr Energie und Enthusiasmus auszukosten. Sie erlaubt uns, unser Bestes zu geben, anstatt unsere Lebensenergie durch eine Essstörung oder einen anderen Substanzmissbrauch zu beeinträchtigen. Zusätzlich zu diesem persönlichen Geschenk, Gesundung gibt uns die Gelegenheit, für Andere da zu sein. Ob sie in tiefer Trauer sind, eine schlimme Vergangenheit hinter sich haben, Probleme mit der Arbeit haben, verzweifelt in der falschen Person verliebt sind (oder vielleicht die Richtige, aber die kapiert es nicht?), Schwierigkeiten mit ihren Kindern oder ihrem Lebenspartner haben, oder sonst was. Es gibt unzählige fordernde Situationen im Leben. Welche Situation auch immer, ich bin dankbar dafür, dass ich für Andere da sein kann, um zu trösten, Rat zu geben, sie zu umarmen, gemeinsam zu weinen, oder nur zuzuhören.
Gesundung erlaubt mir zu spüren. Egal ob ich Lebensmittel, Alkohol oder Drogen verwendete, keine von diesen schaffte es, die Gefühle vollständig zu betäuben. Sie wurden nur etwas verschwommen und unklar wahrgenommen. Heute, egal was es für Gefühle sind, egal ob es um mich oder jemand anderen geht, ich kann sie spüren: Freude, Trauer, Verlust, Aufregung, Vorfreude, Frustration, Verwirrung, Wut, usw. Ich habe Mitgefühl, Mitleid und Liebe für die Menschen um mich und für die, über die ich nur etwas berichtet bekomme.
Nachdem ich mich über den mühsamen Weg der Genesung schleppte, wurde mir das Leben wieder geschenkt. Ich bekam eine zweite Chance. Man sagt, Gesundung bedeutet an sich zu denken, egoistisch zu sein, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Das Erstaunliche dabei ist, mit der Gesundung konnte ich mich viel besser auf andere konzentrieren. Als ich jünger war, schämte ich mich und wollte nicht eingebildet oder übertrieben selbstsicher wirken. Leider sah ich damals nur die Extreme: totale Beschäftigung mit sich selbst vs. Altruismus. Heute gehe ich auf dem goldenen Mittelweg, dem beides einschließt. Ich kümmere mich um mich und um andere. Wie das alte Sprichwort sagt: Man kann erst dann andere lieben, wenn man sich selbst liebt! Und denke daran…
Du lebst nur einmal (Die Toten Hosen)
Unterwegs auf der Straße, die dich nach morgen führt.
Im Rückspiegel siehst du all die Jahre hinter dir.
Keine Zeit, groß zu bereuen; niemand gibt dir was zurück.
Dreh dich nicht zu lange um – es ist dafür zu spät.
Weil du nur einmal lebst!
Weil du nur einmal lebst,
und es dich nicht ewig gibt!
Keine weiße Fahne, kein fauler Kompromiss,
es gibt nur eine Regel, sie heißt: alles oder nichts!
Jedes GUTEN TAG heißt irgendwann AUF WIEDERSEHN.
Pack deine Sachen und mach dich auf den Weg!
Weil du nur einmal lebst!
Weil du nur einmal lebst,
und es uns nicht ewig gibt!
Es wird keiner kommen, um dich einmal zu holen,
geh alleine los!
Weil du nur einmal lebst!
Weil du nur einmal lebst!
Weil du nur einmal lebst,
und weil es uns nicht ewig gibt!
Hast du schön geschrieben!
In jungen Jahren nimmt jeder seine Gesundheit als selbstverständlich hin.
Aber gerade wenn du mitten im Leben stehst ist es das Wichtigste und einfach unbezahlbar.
DTH haben da echt paar schöne Songs in denen das Thema reflektiert wird.
Danke! Das stimmt wirklich mit der Gesundheit. (Ich beobachte es gerade bei meinen Teenagern, wie sie damit umgehen!) Ja, DTH haben wirklich einigen tollen Sachen — die nachdenklich stimmen aber auch aufbrausen. Eine Zeitlang habe ich fast ausschließlich DTH gehört — und immer mitgesungen. (Machte fast meine Stimme kaputt — da nahm ich immer den IPod beim Hausputz und sang viel zu laut mit. “Warum werde ich nicht satt” beim Kloputzen, und als ehemalige Bulimiekranke musste ich lachen. Habe einen kranken Humor, aber er passt zu mir.) Irgendwie half es mir, die eigene Kraft, Lebensenergie und auch Wut aufzustöbern und zu verarbeiten. Ich liebe es, auf langen Autofahrten ihre Musik voll laut aufzudrehen.