Um etwas Vorweg zu nehmen: Ich bin ein sehr bequemer Mensch. Andere würden es gar als Faulheit bezeichnen. Aber das trifft nicht immer zu. Wenn mich etwas brennend interessiert, wenn ich etwas gerne tue, wenn ich etwas können will, dann bleibe ich dran, bis es klappt.
Konkrete Beispiele: Ich schreibe schon mein ganzes Leben, ich singe und spiele Gitarre so oft ich Zeit habe (auch wenn ich eigentlich keine Zeit habe), und ich lese sehr gerne. Putzen, kochen und körperliche Tätigkeit sind ein anderes Kapitel. Da ist der innere Schweinehund eher präsent. Putzen ist eine üble Notwendigkeit, das mit zwei Kindern und zwei Katzen oft rückgängig gemacht wird. Deshalb bin ich bemüht, diese Anstrengungen auf ein Minimum zu halten. Also, nur das Nötigste! (Ich zehre jetzt noch von dem großen Fensterputz!) Ich koche und esse schon gerne, aber ich will nicht viel Zeit in das Kochen investieren. Es gibt einfach andere Dinge, die ich lieber tue. Und dann ist der Sport. Ich möchte wirklich fit sein, und genieße es sehr, wenn ich etwas tue, aber es ist manchmal so eine Überwindung!!! Jedoch merke ich: je öfter ich etwas mache, umso leichter fällt es mir, wieder etwas zu machen. Zwei bis dreimal in der Woche etwas Fitness zu betreiben wäre Ideal. Manchmal schaffe ich es auch.
Warum schreibe ich über Übung? Gestern sagte ich, essen sei eine Übungssache. Das ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Es ist für Gesundwerden ganz wichtig. Essen lernen erfordert wirklich viel Übung. Nicht nur das Kauen, sondern alles, was damit zu tun hat: Sättigung und Hunger wahrnehmen, regelmäßige Mahlzeiten zu sich nehmen, sich die Zeit dafür nehmen und das Essen einplanen. Nach reichlicher Übung, wird das alles zur Routine. Ich habe es mir selbst beigebracht: Essen und Gitarre spielen. Wie? Ich habe einfach angefangen. Ein paar Speisen, ein paar Akkorde. Diese habe ich so lange geübt, bis ich sie problemlos essen bzw. spielen konnte. Das Repertoire wurde immer weiter ausgedehnt. Jetzt klappt es ganz gut. Ich bin nicht die weltbeste Köchin oder Gitarristin, aber es geht. Gut genug, würde ich sagen. Ich bin noch dran. In fünf Jahren bin ich sicher noch besser!