Ernährung
1. Mai 2008 von cfandemils
Meine Mutter und ich haben unterschiedliche Meinungen über Ernährung. Sie isst nur Bio, und ich esse alles, was mir schmeckt. Gerade weil man sowieso nicht weiß, wo die meisten Sachen herkommen, was sie alles zusätzlich beinhalten (Hormone, Pestiziden, Antibiotika) - das will ich lieber nicht wissen, denke ich mir: lieber das essen, was mir gut tut und ich genießen kann, als krampfhaft nur das Beste essen. Ich meine, wir leben nun Mal in einer verseuchten Welt. Das ist Tatsache. Ich begrüße jede Bewegung dagegen, ich kaufe auch nach Möglichkeit eher Produkte, die in meiner näheren Umgebung produziert werden. Aber ich meine, etwas Gift muss dabei sein. Es ist fast wie der Spruch: Jedes Kind muss eine bestimmte Menge Dreck essen, um sein Immunsystem zu stärken.
Natürlich schätze ich es sehr, in der glücklichen Lage zu sein, aussuchen zu können, was ich essen möchte. Ich kann einfach in mein Auto steigen, zum Supermarkt fahren, und dort aus einem riesen Sortiment aussuchen, was ich haben möchte. Das wäre für Millionen Menschen eine traumhafte Situation.
Irgendwie ist es ironisch, dass viele von uns sich damit plagen, was wir essen dürfen, wollen, sollen und nicht dürfen, während so viele Menschen täglich unfreiwillig verhungern. Sie haben ganz einfach nichts zu essen, während viele von uns jammern, weil wir abnehmen wollen. Es ist befreiend und ich bin ewig dankbar dafür, mich nicht mehr so sehr damit zu befassen. Das hat ziemlich lange gedauert, bis ich so weit war, aber es hat tatsächlich geklappt.
Heute überfordert mich die Weltsituation. Es herrscht so viel Elend und Not. Was kann ich tun? Es sind nur kleine Gesten, aber dennoch kann ich etwas dazu beitragen, z.B. durch Bescheidenheit, Beten und Spenden. Ich denke, wenn ich nicht übertrieben konsumiere, muss auch nicht übertrieben viel für mich produziert werden. Ich glaube Audrey Hepburn sagte einmal: “Willst du abnehmen? Dann faste einmal die Woche und gib das Geld einen Bedürftigen.” Ich bemühe mich auch, besser zu planen und schaue darauf, dass wir die Sachen aufbrauchen, bevor sie ablaufen. Letztens hörte ich von einem Bericht, dass Unmengen von Lebensmitteln in den Abfalleimer landen, weil sie abgelaufen sind. Auch wenn ich nur einmal im Jahr etwas weg werfe, wenn das jeder Tut, ist es eine ganze Menge!
Ich weiß nicht, wohin das alles führt. Manchmal macht es mir Angst. Manchmal denke ich mir: Augen zu und durch. Manchmal denke ich mir: Es ist einfach alles eine Herausforderung und ein Lernprozess. Ich muss das Beste daraus machen, loslassen, und es wird schon. Ich bin bemüht, mich besser zu informieren, bewusst zu handeln, und an meinen globalen Mitmenschen zu denken. Mehr kann ich nicht tun. Das überlasse ich dem Universum.