Intensität

Jänner ist bald vorbei. Das Jahr hat kraftvoll begonnen und zeigt sich schon mit voller Intensität. Viele Herausforderungen und Lernprozesse bieten sich an. Nicht nur bei mir. Das habe ich in einer früheren Post schon erwähnt, aber es macht sich zunehmend bemerkbar. Eine andere Energie oder Schwingung liegt in der Luft.

Bei mir ist es eine dichte Zeit. Arbeit, Weiterbildung mit viel Selbsterfahrung, emotionale Prozesse mit Freundinnen und Familie — und in mir. Wenn ich kein Vertrauen hätte, würde es mich wahrscheinlich umhauen. Die Vielfalt und Menge von Verpflichtungen zwingt mich dazu, meine Zeit besser einzuteilen und Prioritäten zu setzen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, mich mit der Perfektionserwartung auseinander zu setzen. Durch die Fülle ist es unmöglich, alles Perfekt zu machen — was eh nicht möglich ist. :) Wieder einmal lerne ich wie es sich anfüllt zu sagen: „Ich tue mein Bestes und das ist genug. Es reicht.“ Das hat eine befreiende Qualität.

Eine zusätzliche Herausforderung dieser Zeit ergibt sich daraus, dass bei einigen lieben Menschen ebenfalls „starke Prozesse“ im Gange sind. Auf der einen Seite, bete ich und denke an sie. Ich schicke ihnen Licht und Liebe. Jedoch auf der anderen Seite, erkenne ich, dass auch sie ihren Weg gehen müssen. Ja, müssen. Ausnahmsweise. Müssen und sollen sind Worte, die ich nicht besonders mag. Auch wenn es mich schmerzt, ich lasse los und habe Vertrauen, dass auch sie ihre Ressourcen haben und diese nützen können. Sie haben ebenfalls ihre Lernprozesse — unbequeme Geschenke vom Universum.

Die Sichtweise, dass solche Aufgaben Geschenke sind, hilft mir schon lange. Diese Erkenntnis gebe ich weiter — und entdecke sie immer wieder aufs Neue. Die Erleuchtung habe ich nicht im Hosensack. ;) Sie gibt Kraft, Zuversicht und Mut. Gerade gestern hatte ich mit jemandem ein Gespräch. Bei ihr türmen sich die Ereignisse und sie fühlt sich überfordert. Gemeinsam haben wir die Situation durchleuchtet und das Positive gesucht. Sie fühlte sich bestärkt. Diese schwierige Zeit ist mehr als nur etwas Unangenehmes, das sie irgendwie durchstehen muss. Sie bringt mit sich die Gelegenheit, sich vom Alten zu lösen, neue Wege zu finden, und zu entdecken, dass sie auch fähig ist, sich damit auseinander zu setzen und die Aufgaben zu bewältigen. Ich war froh, etwas Erleichterung herein bringen zu können. Denn die Person ist meine Mutter. Sie wohnt ganz weit weg und diese Woche war ich traurig, dass ich nicht bei ihr sein und sie begleiten kann. Aber so ist es. Mehr als Telefonieren ist im Moment nicht möglich. Ich spüre den Schmerz, bin aber zuversichtlich. Auch sie ist in ihrem Prozess drinnen und sie wird es schaffen.

Das neue Jahr

Soeben habe ich festgestellt, dass ich schon lange nichts mehr geschrieben habe! Wie immer, ist das kein Anzeichen von Faulheit. Im Gegenteil, es geht ziemlich rund! Das Leben bietet mir immer wieder Überraschungen und auch neue Erfahrungen, die mir die Gelegenheit geben, etwas dazu zu lernen. Ja, es hört nicht auf — bis ins hohe Alter, wovon ich behaupte, noch weit entfernt davon zu sein. ;-) Nur meine ich, mit 15 hätte ich nie gedacht, dass man mit 49 noch immer so lebendig sein kann und immer wieder vor einem Neuanfang stehen würde. Aber so ist es. Und es passt mir auch. Sonst wäre es ziemlich langweilig — für mich, zumindest. Jeder ist anders!

Das neue Jahr hat für viele Menschen recht turbulent angefangen. So habe ich den Eindruck gewonnen, Veränderung steht für viele an. Es tut sich etwas, ob sie wollen oder nicht. Manche Herausforderungen sind unangenehm und überhaupt nicht willkommen, aber wenn die Person sich fragt: Was kann ich davon lernen? Was bietet mir diese Situation an Erfahrung und Erkenntnis? — daraus kann wahrhaftig ein neuer Erfahrungsschatz entstehen.

Für mich ist das alte Jahr mit einer nervigen, 3-wöchigen Bronchitis zu Ende gegangen. Die erste Woche habe ich es ignoriert, weiter gearbeitet, und viele Nickerchen zwischendurch gemacht. In der zweiten Woche meinte ich, es kann einfach nicht mehr lange dauern — und machte weiter. Anfang dritter Woche war ich mit meiner Tochter beim Arzt und dachte, „Wenn ich eh schon hier bin, könnte ich mich anschauen lassen.“ Der Arzt wollte mich sofort krank schreiben, dennoch war ich optimistisch. Ich nahm die Medikamente und ging zur Arbeit. Endlich kam ich am nächsten Tag zur Vernunft und ging wieder zum Arzt, um doch den Krankenstand den ich dringend brauchte einzufordern.

Das Kranksein zwang mich dazu, genauer hinzuschauen. Was mache ich? Wie teile ich meine Zeit ein? Wie kann ich besser auf mich schauen? Es brachte auch die Erkenntnis, dass es niemandem hilft, wenn ich mich kaputt mache. Ich schleppte mich zwar zur Arbeit, war aber nicht wirklich fit. So nützte ich ein paar freie Tage, um mich zu erholen und habe viel geschlafen. Die Feiertage dazwischen waren auch ganz nett.

Jetzt bin ich wieder bei Kräften und habe hoffentlich daraus gelernt. :-) Das ist wirklich ein Dauerthema bei mir: Was sind die Anforderungen? Was erwarte ich von mir? Welche Verantwortung übernehme ich? Wie setze ich Prioritäten? Wie gehe ich mit meiner Energie um?

Ich lerne dazu! Gestern bekam ich eine Anfrage für einen erweiterten Aufgabenbereich bei der Arbeit. Es würde mich interessieren, aber momentan habe ich keinen Kopf dafür — und auch keine Zeit. Ich sagte zu, aber dachte zuerst nach, wann es wirklich passen würde — erst wenn die eine Ausbildung fertig ist. Ende Mai. Das war ein wichtiger Schritt. Mir geht es gut dabei. Sie wissen, wann sie mit mir rechnen können. Und so habe ich das Gefühl, dass ich dann eine qualitative Arbeit auch leisten kann.

Das kennen sicher manche von euch. Allen anderen sagt man, dass sie auf sich gut schauen sollen. Verständnis kommt auf und sie werden ermutigt, mal langsamer zu treten und „Nein“ zu sagen. Aber selbst???!! Manchmal tut es einfach gut, abzuschalten und den Himmel zu bewundern. Deshalb poste ich heute auch ein Foto mit. :)

Ein weiterer Schritt?!

Es kann sehr aufregend sein, Veränderung anzugehen. Jeder Tag bringt etwas Neues, einen neuen Schritt. Doch heute ist etwas wie eine Verschnaufpause — auch notwendig. Da meine Kreativität erfinderisch ist, sagte ich mir: „Heute ist es ein Schritt, geduldig zu sein und zu warten. Im Moment ist das genug — und viel!“ So erlaube ich mir, die Schritte der letzten Woche zu „verdauen“ und ein bisschen auszuruhen.

Soeben bekam ich eine Email mit Info über eine Theateraufführung und wollte gleich eine Karte bestellen. Doch dann fiel mir ein: Ich bin es zwar gewöhnt, alleine fort zu gehen, aber manchmal hätte ich doch gerne Gesellschaft. Eine liebe Freundin kam mir plötzlich in den Sinn und ich rief sie gleich an und fragte, ob sie Lust hätte, mit mir ins Theater zu gehen. Siehe da! Sie ist begeistert und möchte mit gehen!

So habe ich ganz unabsichtlich doch einen Schritt weiter gemacht, denn ich verrate ein Teilziel von dem ganzen Zielpaket: „Ich kümmere mich um meine Freundschaften.“ :) Tja, manches kommt ganz überraschend und ziemlich ohne Anstrengung! Ich brauche nur offen dafür zu sein.